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Winne Hermann MdL: „Vielen Dank an die IG Metall für die Einladung zur Mahnwache „Zukunftsschicht“. Dort haben gestern die Belegschaft und die Gewerkschaft gegen den von der Bosch-Geschäftsführung angekündigten Stellenabbau von ca. 13 000 Mitarbeitenden in ganz Deutschland zu protestieren. Die Kundgebung hat deutlich gemacht, dass es bei ihrem Engagement nicht nur um den Erhalt einzelner Arbeitsplätze geht, sondern auch um den Wohlstand der Stadt und der gesamten Region. Ihr Einsatz unterstreicht, wie stark den Mitarbeitenden nicht nur der persönliche Arbeitsplatzerhalt, sondern auch der wirtschaftliche Erfolg und die Zukunftsfähigkeit der Region am Herzen liegen.
Die Nachricht über den geplanten massiven Stellenabbau hat auch mich bestürzt. Bosch war über viele Jahrzehnte Garant für wirtschaftliche Stabilität und Wohlstand. Generationen von Mitarbeitenden – die „Bosch Familie“ – haben das Unternehmen mit aufgebaut. Das Vertrauen, das in Bosch gesetzt wurde, ist durch die Entscheidung dieses gewaltigen Stellenabbaus erheblich erschüttert.
Es ist unbestritten, dass sich das Produkt „Auto“ verändert. Damit müssen sich auch Zulieferer und Produzenten anpassen. Bereits in den 1990er Jahren hat die IG Metall auf den bevorstehenden Wandel der Automobilindustrie hingewiesen und auf die Risiken für Arbeitsplätze aufmerksam gemacht. Diese Warnungen wurden jedoch von den Verantwortlichen lange ignoriert. Es ist deshalb dringend notwendig, dass die Bosch-Geschäftsführung, insbesondere der Vorsitzende Stefan Hartung, ihrer Verantwortung gerecht wird: Zukunftsfähige Arbeitsplätze in Bereichen wie Brennstoffzellentechnik, Elektromobilität und anderen innovativen Technologien müssen geschaffen und erweitert werden, statt weiterhin tausende Stellen abzubauen.
Was die Politik tun kann:
Die Politik setzt die Rahmenbedingungen – aber Unternehmen treffen dann ihre Entscheidungen eigenverantwortlich. Mit Initiativen wie dem „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ arbeitet die Landesregierung gemeinsam mit Wirtschaft und Gewerkschaften an Zukunftskonzepten – etwa für Digitalisierung und Elektromobilität.
Ich möchte deutlich sagen: Der Wandel ist da! Nur am Alten festzuhalten, ist keine Option!
Nur wer den technologischen Wandel aktiv gestaltet, kann Arbeitsplätze sichern und die Wettbewerbsfähigkeit in einer globalen Industrie erhalten. Dazu gehört auch die Qualifizierung von Fachkräften für die Jobs von morgen in Zukunftstechnologien wie KI, Sensorik, Cybersicherheit und Softwareentwicklung.
Wer also Arbeitsplätze erhalten will, darf den technologischen Wandel jetzt nicht verpassen!
Der Protest macht deutlich: Zukunftsfähige Industrie, stabile Beschäftigung und Wohlstand für die Region hängen immer zusammen. Ein Unternehmen wie Bosch muss in den unaufhaltbaren Technologiewandel einsteigen und hier in den baden-württembergischen Standorten in die Zukunft investieren.“
(Fotos: Büro Winne Hermann)
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