
ein letzter (verzweifelter) Versuch: Sitzstreik für ein bindendes Abkommen
Das war sie also, die UN-Klimakonferenz, die die Zukunft der Menschheit retten sollte. Das Ergebnis – sofern es diesen Namen überhaupt verdient – ist eine riesige Enttäuschung. Das unwürdige, auf den nationalstaatlichen Vorteil bedachte Geschacher der Länder wurde dem Ernst der Lage in keiner Weise gerecht. „Wie Schulkinder“ hatte Präsidentin Connie Hedegaard das Verhalten der Staaten bitterböse kommentiert – zurecht! Alle kennen die wissenschaftlichen Notwendigkeiten. Warum bloß handelt keiner entsprechen?
Und mein persönliches Fazit? Im Konferenzzentrum lebte es sich wie in einer Blase. Viele Aktionen produzierten Nachrichten, die wiederum nur von den Delegierte und NGOs „konsumiert“ wurden, viel zu wenig drang nach außen. Die Tatsache, dass junge Menschen mit YOUNGO erstmals in der Geschichte der UN-Konferenzen eine eigene Interessengemeinschaft haben, ist ein kleiner Erfolg. Schade nur, dass gemeinsames Handeln zu oft durch langatmige Diskussionen über Struktur und Selbstverständnis verhindert wurde. Wie können wir von den Staaten verlangen sich zu einigen, wenn es uns schon nicht gelingt?
Ich fuhr mit einem großen Vertrauen(svorschuss) in UN-Verhandlungen nach Kopenhagen, doch die Verhandlungen haben mich frustriert. Ausgerechnet ich – durch und durch Reala – beteilige mich an meinem letzten Tag im Bella Center an einem durch das UN-Sekretariat nicht autorisierten Sitzstreik. Die „große Politik“ hat versagt. Liegt die Lösung also doch in den sozialen Bewegungen, den einzelnen Initiativen auf kommunaler Ebene? Zu einem gewissen Grad bestimmt… Andererseits habe ich nicht vor aufzugeben, und so werde ich beim nächsten Gipfel wider aller Vernunft darauf hoffen und vor allem dafür kämpfen, dass endlich der Durchbruch gelingt und die Welt das Abkommen bekommt, dass sie verdient. Dazu braucht es noch mehr Druck von der Straße – diese Aufgaben müssen wir uns alle stellen!
Zurück bleibt auch die nachdenklich stimmende Frage, was ich selber etwas beitragen konnte, ob es überhaupt einen Unterschied gemacht hat, dagewesen zu sein. Ein Ziel war, die so oft hinter verschlossene Türen stattfindenden Verhandlungen nach außen zu tragen. Dieser Blog hat hoffentlich einen kleinen Teil dazu beigetragen. Außerdem habe ich wahnsinnig viel gelernt, REDD, LULUCF und AWG-LCA sind keine Hieroglyphen mehr. Aber ob das alleine ein befriedigendes Ergebnis ist? Ich weiß es wirklich nicht!



Aber zunächst stand gestern die große Klimademo auf dem Programm. Nach Schätzungen nahmen mindestens 100000 Teilnehmer aus aller Welt teil, die friedlich für ein gerechtes und ambitioniertes Abkommen auf die Straße gingen. Umso bedauernswerter finde ich, dass die Schlagzeilen den vereinzelten Ausschreitungen und den vollkommen überzogenen Reaktionen der Polizei gehörten. Wir waren mittendrin im “Grünen Block” 




Der wissenschaftliche Beirat schlägt ein einfaches System vor. Wenn wir das zwei-Grad-Ziel erreichen wollen dürfen wir global bis 2050 nicht mehr als 750 Gigatonnen