Hermann: Bund könnte das Projekt Stuttgart 21 im Prinzip stoppen
Winfried Hermann im Gespräch mit Tobias Armbrüster
Der Streit um das Projekt Stuttgart 21 geht weiter. Der geplante Runde Tisch ist für den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Bundestag Winfried Hermann zwar ein guter Ansatz, aber: “Der Bund hat im Grunde genommen nicht das Geld, Stuttgart 21 und die Neubaustrecke zu bauen.”
Stuttgart 21 und die Neubaustrecke nach Ulm stehen für ein falsches Bahnkonzept
Zur Erinnerung:
Es war in den frühen Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als die neue DB unter Führung von Heinz Dürr der Politik im Bund, im Ländle und in Stuttgart einen scheinbar genialen Vorschlag zum Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs machte: Wir ersetzen den veralteten Kopfbahnhof und einen Rangierbahnhof durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof, legen alle Gleise in Stuttgart unter die Erde und gewinnen damit mitten in der Stadt ein großes Areal zur Bebauung für Büros, Kaufhäuser und Wohnungen und für die Erweiterung des Schlossparks. Der Verkauf der teuren Immobilien („Filet-Grundstücke“) in der „Wachstumsmetropole Stuttgart“ zusammen mit den erwarteten Mehrerlösen durch weniger Kosten und mehr Fahrgäste würden das Ganze nahezu von selbst finanzieren, mit geringen Zuschüssen und Beteiligungen durch den Bund, das Land, die Stadt und die Region, die aber ohnehin bei der Modernisierung des Kopfbahnhofes fällig würden. Die Züge könnten sehr viel schneller („5 Minuten“) durch Stuttgart durchkommen und zusammen mit der Neubaustrecke nach Ulm könne man weiter viel Zeit („eine halbe Stunde“) sparen und Stuttgart ins zukünftige deutsche bzw. europäische Hochgeschwindigkeitsnetz perfekt einbinden. Stuttgart 21 sollte das Vorreiter- und Zukunftsprojekt der Deutschen Bahn für eine ganze Reihe sogenannter 21-er Projekte werden: die Lufthansa auf der Schiene. Andere Kopfbahnhöfe wie Frankfurt und München sollten danach ebenfalls in unterirdische Durchgangstationen verwandelt werden. 2008 sollte der neue Bahnhof samt Neubaustrecke eingeweiht werden.
Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses Winfried Hermann (Grüne) fordert die Deutsche Bahn auf, ihre Mitarbeiter besser für Notlagen wie beim Ausfall der Klimaanlagen in Zügen zu trainieren. (Länge: 3:47 min.)
Schuld am aktuellen Chaos auf den Autobahnen sei ein zu geringer Verkehrsetat, sagt der Verkehrsausschuss-Vorsitzende des Bundestags, Winfried Hermann. “Die Probleme treten immer zu Stoßzeiten auf.”
Winfried Hermann im ZDF-Morgenmagazin am 15.07.2010
Nach dem ICE-Hitzechaos betont die Deutsche Bahn: Die Klimaanlagen seien ausreichend und würden genug gewartet. Der Grünen-Verkehrsexperte Hermann widerspricht: Der Ausfall der Klimaanlagen war vorhersehbar und Folge der Sparpolitik. Die Bahn habe ohne Plan agiert und Reisende im Stich gelassen.
Fußball ist ein wunderbarer Sport. Er ist weltweit verbreitet, bringt als Mannschaftssport Millionen auf dem Platz im sportlichem Wettstreit zusammen und vereint global Milliarden vor den Bildschirmen. Doch Fußball ist eine Ware, mit der hart gehandelt wird.
Die Deutsche Bahn will für circa zwei Milliarden Euro den britischen Konkurrenten Arriva
übernehmen. Winfried Hermann, Chef des Verkehrsausschusses im Bundestag, lehnt im
FR-Interview den Einstieg ab.
Die Deutsche Bahn will für geschätzte zwei Milliarden Euro den privaten britischen Konkurrenten Arriva übernehmen. Was halten Sie davon?
Das ist keine gute Idee. Die Deutsche Bahn sollte erst mal den Schienenverkehr hier in Deutschland kundenfreundlicher und zuverlässiger machen.
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