<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Winfried Hermann » persÃ¶nliche ErklÃ¤rungen</title>
	<atom:link href="http://www.winnehermann.de/2010/category/bundestag/persoenl-erklaerungen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.winnehermann.de/2010</link>
	<description>Mitglied des Deutschen Bundestages</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 13:04:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur Griechenland-Abstimmung</title>
		<link>http://www.winnehermann.de/2010/2010/05/07/persoenliche-erklaerung-zur-griechenland-abstimmung/</link>
		<comments>http://www.winnehermann.de/2010/2010/05/07/persoenliche-erklaerung-zur-griechenland-abstimmung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 07 May 2010 13:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[persÃ¶nliche ErklÃ¤rungen]]></category>
		<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[StabilitÃ¤t]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.winnehermann.de/2010/?p=1070</guid>
		<description><![CDATA[Bei der Entscheidung Ã¼ber das Griechenland-Hilfspaket geht es um die Zukunft Europas und um die SolidaritÃ¤t in Europa. Als EuropÃ¤erinnen und EuropÃ¤er leitet uns heute die Sorge um die Zukunft Europas in unserer Entscheidung. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>
<a href="http://www.winnehermann.de/2010/wp-content/gallery/koepfe/bundestag_001.jpg" title="" class="shutterset_singlepic80" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.winnehermann.de/2010/wp-content/gallery/cache/80__320x240_bundestag_001.jpg" alt="bundestag_001" title="bundestag_001" />
</a>
PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung</strong></p>
<p><strong> nach Â§ 31 GO</strong></p>
<p>der Abgeordneten Dr. Gerhard Schick, Viola von Cramon-Taubadel, Katja DÃ¶rner, Bettina Herlitzius, Winfried Hermann, Ulrike HÃ¶fken, Thilo Hoppe, Memet Kilic, Sven-Christian Kindler, Ute Koczy, Sylvia Kotting-Uhl, Agnes Krumwiede, Stephan KÃ¼hn, Kerstin MÃ¼ller, Beate MÃ¼ller-Gemmeke, Maria Anna Klein-Schmeink, Markus Kurth, Agnes Malczak, Ingrid Nestle, Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Claudia Roth, Tabea RÃ¶ÃŸner, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Dr. Harald Terpe und Wolfgang Wieland (BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen)</p>
<p><strong>Abstimmung Ã¼ber den Entwurf eines Gesetzes zur Ãœbernahme von GewÃ¤hrleistungen zum Erhalt der fÃ¼r die FinanzstabilitÃ¤t in der WÃ¤hrungsunion erforderlichen ZahlungsfÃ¤higkeit der Hellenischen Republik </strong>(WÃ¤hrungsunion-FinanzstabilitÃ¤tsgesetz, WFStG)</p>
<p><span id="more-1070"></span></p>
<p>Bei der Entscheidung Ã¼ber das Griechenland-Hilfspaket geht es um die Zukunft Europas und um die SolidaritÃ¤t in Europa. Als EuropÃ¤erinnen und EuropÃ¤er leitet uns heute die Sorge um die Zukunft Europas in unserer Entscheidung. Die SolidaritÃ¤t zwischen den Menschen in Europa ist uns wichtig, gerade in schwierigen Zeiten. Die gewalttÃ¤tigen Konflikte in Griechenland haben deutlich gemacht, welche Bedeutung das Hilfspaket und die Krise fÃ¼r die Menschen in Griechenland haben. Fassungslos erleben wir eine national-populistische Kampagne gegen Griechenland, befeuert nicht nur von manchen Medien, sondern von Politikerinnen und Politikern aus CDU, CSU und FDP. Wir distanzieren uns ausdrÃ¼cklich davon und erinnern daran, dass gerade Deutschland dem europÃ¤ischen Einigungsprozess sehr viel verdankt. Das sollte niemand in Deutschland leichtfertig aufs Spiel setzen.</p>
<p>Zu hinterfragen ist allerdings, ob das Hilfspaket und das damit verbundene Konsolidierungsprogramm in Griechenland seine beiden Ziele zu erfÃ¼llen vermag: die LÃ¶sung des griechischen Schuldenproblems und die Stabilisierung des europÃ¤ischen Finanzmarkts.</p>
<p>Das Hilfspaket kommt viel zu spÃ¤t und erreicht das erste Ziel â€“ die Ãœberwindung des griechischen Schuldenproblems â€“ nicht. Eine Umschuldung, die dringend nÃ¶tig ist, damit Griechenland seine Schulden tragen kann, ist nicht vorgesehen. Sie kÃ¶nnte aber eher frÃ¼her als spÃ¤ter drohen. Wenn die Kredite Ã¼ber die KfW ohne Vorrang gegenÃ¼ber den bisherigen privaten GlÃ¤ubigern vergeben werden, ist klar, dass eine kÃ¼nftige Umschuldung Milliardenverluste fÃ¼r die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler verursachen wÃ¼rde. Wie schon bei der Bankenrettung werden, wÃ¤hrend die Staaten voll ins Risiko gehen, damit vor allem die privaten GlÃ¤ubiger, also insbesondere Banken, Fonds und Versicherungen geschÃ¼tzt, ohne dass sie ihren Teil zur LÃ¶sung der Krise beitragen wÃ¼rden. Die von Finanzminister SchÃ¤uble und Deutsche Bank-Chef Ackermann inszenierte Beteiligung der privaten Wirtschaft leistet das eindeutig nicht.</p>
<p>Das mit dem IWF vereinbarte Konsolidierungsprogramm fÃ¼r Griechenland ist in seiner GrÃ¶ÃŸenordnung von 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2012, 6,5 Prozent davon im ersten Jahr, einzigartig. Klar ist: Griechenland hat schlecht gewirtschaftet. Die Steuereinnahmen und die Staatsausgaben stehen in Griechenland in keinem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis mehr zueinander, und das schon seit Jahren. Ein Konsolidierungskurs ist notwendig. So richtig vor diesem Hintergrund viele einzelne MaÃŸnahmen sind, steht jedoch zu befÃ¼rchten, dass der griechische Schuldenberg dadurch nicht kleiner, sondern grÃ¶ÃŸer werden wird. Denn ein Konsolidierungsprogramm in dieser GrÃ¶ÃŸenordnung droht Ã¼ber viele Jahre Griechenland in eine tiefe Rezession zu stÃ¼rzen. Thomas Meyer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, etwa schÃ¤tzt, dass der Schuldenstand bis 2014 auf 150 Prozent des BIP anwachsen wÃ¼rde. Seinen jÃ¤hrlichen Kreditbedarf wÃ¼rde das Land zu 75 Prozent von auslÃ¤ndischen Kapitalgebern decken lassen mÃ¼ssen. Es sei davon auszugehen, dass ein LeistungsbilanzÃ¼berschuss von mindestens 5 Prozent allein zur Zinszahlung erwirtschaftet werden mÃ¼sse. Ob mit einem solchen Programm Griechenland wirklich geholfen ist, bezweifeln wir. Zu sehr hat sich die Bundesregierung von einer Bestrafungslogik leiten lassen, als dass das von ihr mit verantwortete Programm einen wirklichen Weg aus der Schuldenkrise weisen wÃ¼rde. Hinzu kommt eine soziale Schieflage, die vor allem die Ã¤rmeren Menschen treffen wird und zudem die Chancen der politischen Durchsetzung mindert. Die MehrwertsteuererhÃ¶hung trifft alle Griechinnen und Griechen. Eine notwendige Beteiligung der groÃŸen VermÃ¶gen durch einen sozial gerechten Lastenausgleich bei der Konsolidierung ist nicht vorgesehen. Profitiert von Miss- und GÃ¼nstlingswirtschaft und Spekulationen haben dagegen nur wenige. Weniger Investitionen, weniger Nachfrage, geschweige denn ein Ã¶kologischer Umbau von Wirtschaft und Tourismus: Griechenland steht vor einer jahrelangen Rezession, die sich natÃ¼rlich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlagen wird. Auch hier werden die Verlierer bestimmt nicht jene sein, die die Misere mit zu verantworten haben.</p>
<p>Auch das zweite Ziel, die Stabilisierung der FinanzmÃ¤rkte, erreicht das Programm offenkundig nicht. Das lange ZÃ¶gern der Bundesregierung hat Spekulanten TÃ¼r und Tor geÃ¶ffnet und die Probleme verschÃ¤rft. Die Verwerfungen an den MÃ¤rkten und die Spekulation gehen auch nach VerkÃ¼ndigung des Programms und der Zustimmung durch die Regierungen ungemindert weiter. Die Ansteckungsgefahr ist nicht gebannt. Nur eine durchgreifende Reform der FinanzmÃ¤rkte, wie sie die Fraktion BÃ¼ndnis 90/Die GrÃ¼nen nicht erst seit Ausbruch dieser Finanzkrise fordert, wird hier Abhilfe schaffen. Doch fast drei Jahre nach Ausbruch der Krise fehlen noch immer die Regeln, die die FinanzmÃ¤rkte bÃ¤ndigen wÃ¼rden. Die Bundesregierung blockiert immer noch die Entwicklung einer EuropÃ¤ischen Wirtschaftsregierung, eine ErgÃ¤nzung des StabilitÃ¤ts- und Wachstumspakts um das Ziel auÃŸenwirtschaftlicher Gleichgewichte steht ebenfalls aus. Wenn aber die strukturellen Probleme der Leistungsbilanzungleichgewichte in der WÃ¤hrungsunion, die mitverantwortlich fÃ¼r die griechische Krise sind, nicht behoben werden, kann sich StabilitÃ¤t in der Eurozone nicht einstellen.</p>
<p>Trotzdem stimmen wir zu. Denn wir stehen vor der Alternative, entweder den GewÃ¤hrleistungen zuzustimmen, obwohl sie Teil eines Programms sind, das seine Ziele zu verfehlen droht und fÃ¼r die BÃ¼rgerinnen und BÃ¼rger in Deutschland zusÃ¤tzliche Risiken bedeutet, oder aber mit der Ablehnung dieses Gesetzes ohne Zweifel eine weitere VerschÃ¤rfung der Lage zu riskieren. Denn Griechenland braucht schnelle Hilfe, unsere SolidaritÃ¤t. Europa und der Euro brauchen unsere Entschlossenheit â€“ und die Gefahr ist einfach zu groÃŸ, dass der Schaden, den eine Ablehnung des Hilfspakets verursachen wÃ¼rde, in Griechenland wie in Europa und damit letztlich auch in Deutschland, noch zunehmen wÃ¼rde. Das kÃ¶nnen wir, aus europÃ¤ischer SolidaritÃ¤t wie aus wirtschaftlicher Vernunft nicht verantworten.</p>
<p>Der Zeitgewinn, den diese Hilfen von IWF und Euro-Zone bringen, muss von der Bundesregierung nun dringend genutzt werden, umfassender und ohne Blick auf kurzfristige parteipolitische Taktik, die FinanzmÃ¤rkte zu bÃ¤ndigen und Antworten auf die Schuldenkrise zu finden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.winnehermann.de/2010/2010/05/07/persoenliche-erklaerung-zur-griechenland-abstimmung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur namentlichen ISAF-Abstimmung (Afghanistan)</title>
		<link>http://www.winnehermann.de/2010/2010/02/26/personliche-erklarung-zur-namentlichen-isaf-abstimmung/</link>
		<comments>http://www.winnehermann.de/2010/2010/02/26/personliche-erklarung-zur-namentlichen-isaf-abstimmung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 11:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[persÃ¶nliche ErklÃ¤rungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[ISAF]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.winnehermann.de/2010/?p=667</guid>
		<description><![CDATA[PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur namentlichen Abstimmung Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz der Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter FÃ¼hrung der NATO auf Grundlage der Resolutionen 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 1890 (2009) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (BT-DRS: 17/654)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung zur namentlichen Abstimmung Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz der Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter FÃ¼hrung der NATO auf Grundlage der Resolutionen 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 1890 (2009) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (BT-DRS: 17/654)</strong></p>
<p><strong><em><span id="more-667"></span>PersÃ¶nliche ErklÃ¤rung der Abgeordneten Hans-Christian StrÃ¶bele, Lisa Paus, Memet Kilic, Dr. Harald Terpe, Dorothea Steiner, Sylvia Kotting-Uhl, Winne Hermann, Monika Lazar<br />
</em></strong></p>
<p>Das neue Mandat fÃ¼r den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist trotz gegenteiliger AnkÃ¼ndigung der Bundesregierung weitgehend das alte, das wir im Dezember 2009 abgelehnt haben, allerdings mit einer Truppenaufstockung von fast 20 Prozent.</p>
<p>Seit mehr als acht Jahren sind die deutschen Soldaten mit diesem Mandat in Afghanistan.</p>
<p>Aber trotz der stÃ¤ndigen ErhÃ¶hung der TruppenstÃ¤rke ist die Sicherheitslage in den letzten Jahren nicht besser, sondern dramatisch schlechter geworden. Die Zahl der deutschen Soldaten mit ISAF-Mandat wurde inzwischen fast verzehnfacht. Trotzdem kÃ¶nnen die Soldaten etwa das Feldlager Kunduz nicht oder nur in Konvois mit gepanzerten Fahrzeugen verlassen. Ein normaler Kontakt zur BevÃ¶lkerung ist kaum mÃ¶glich.</p>
<p>In keinem Jahr zuvor wurden so viele Menschen in diesem Krieg getÃ¶tet oder verletzt wie 2009, vor allem immer mehr Zivilisten.</p>
<p>Die Antwort von NATO und Bundesregierung auf die desolate Sicherheitslage ist: mehr Soldaten, mehr OffensiveinsÃ¤tze, mehr Krieg. Wie nie zuvor seit Kriegsbeginn wird die Gesamtzahl der Soldaten um fast 40 000, und die der deutschen um 850 erhÃ¶ht. Gleichzeitig beginnt die grÃ¶ÃŸte MilitÃ¤roffensive seit 2001 im SÃ¼den des Landes. Der militÃ¤rische Konflikt wird verschÃ¤rft, nicht beendet, die Offensivstrategie erweitert, nicht gestoppt und die Anzahl der getÃ¶teten Menschen droht weiter anzusteigen. In diesem Jahr wurden schon wieder mehr als 600 Zivilpersonen durch Bombardierungen der NATO getÃ¶tet.</p>
<p>UrsprÃ¼nglich sollte das deutsche ISAF-Mandat, anders als das fÃ¼r OEF, auf Eigensicherung und Schutz der BevÃ¶lkerung beschrÃ¤nkt sein. SpÃ¤testens seit der Bombardierung der Tanklastwagen und Menschenmenge auf deutschen Befehl am 4. 9. 2009 nahe Kunduz wissen wir, dass die Bundeswehr an OffensiveinsÃ¤tzen und der tÃ¶dlichen Jagd auf AufstÃ¤ndische beteiligt ist. Sehenden Auges wurden Ã¼ber einhundert Menschen getÃ¶tet, darunter viele Zivilpersonen und Kinder. Das defensive Mandat gibt es faktisch nicht mehr.</p>
<p>OEF- und ISAF-Mandat sind in der Praxis nicht zu unterscheiden. Derselbe General ist der Kommandeur fÃ¼r beide. Ohne RÃ¼cksicht auf das jeweilige Mandat werden die Soldaten eingesetzt, auch die der Bundeswehr. Aber die gezielte Vernichtung von Menschen, selbst dann wenn sie fÃ¼r AufstÃ¤ndische gehalten werden, sieht das ISAF-Mandat nicht vor. Es berechtigt zum Einsatz von militÃ¤rischer Gewalt nur in Notsituationen zur Nothilfe oder Notwehr.</p>
<p>Die Bundesregierung weigert sich aber bis heute, verbindlich zu erklÃ¤ren, dass sie die Bombardierung vom 4.9. 2009 und Ã¼berhaupt EinsÃ¤tze mit dem Ziel der Vernichtung von Menschen ohne Notsituation vom ISAF-Mandat als nicht gedeckt ansieht. Sie stellt gegenÃ¼ber der Truppe nichts klar. Weitere solche EinsÃ¤tze will die Bundesregierung also offensichtlich nicht ausschlieÃŸen.</p>
<p>In der BegrÃ¼ndung des Antrages verspricht die Bundesregierung, das zivile Engagement nahezu zu verdoppeln. Sie schlieÃŸt sich den PlÃ¤nen der US-Regierung ohne eigenes Friedens- und Ausstiegskonzept an, eine Ãœbergabe der Verantwortung an die afghanische Regierung ab 2011 einzuleiten.</p>
<p>PlÃ¤ne einer Abzugsstrategie sowie Bekenntnisse zu VersÃ¶hnung, Ausstiegsprogrammen und Verhandlungen mit den AufstÃ¤ndischen sind richtig aber unglaubwÃ¼rdig, weil gleichzeitig die verhÃ¤ngnisvolle Offensivstrategie mit viel mehr Soldaten unversÃ¶hnlich fortgesetzt und intensiviert wird. Wie will man die, die man jagt, um sie auszuschalten, davon Ã¼berzeugen, an den Verhandlungstisch zu kommen. Das passt nicht zusammen. Der Krieg wird verschÃ¤rft, anstatt ihn zu beenden oder zumindest fÃ¼r einige Zeit auszusetzen, um den Verhandlungen eine Chance zu geben.</p>
<p>Jedes weitere Jahr werden tausende Menschen in diesem Krieg getÃ¶tet und verletzt. Nach UN-Angaben wurden 2009 Ã¼ber 600 Zivilisten Opfer von NATO-LuftschlÃ¤gen und mindestens 1.600 wurden durch AufstÃ¤ndische getÃ¶tet. Das angeblich oberste Ziel der Vermeidung von zivilen Opfern wird immer wieder verfehlt. Seit Beginn der â€žOperation Mushtarakâ€œ steigt deren Zahl wieder rapide. Neuer Hass wird geschÃ¼rt und die Gewaltspirale dreht sich weiter.</p>
<p>Gerade auch im Norden, also im Verantwortungsbereich der Bundeswehr, werden US-Kampftruppen in einer StÃ¤rke eingesetzt, die erheblich grÃ¶ÃŸer ist als die der Bundeswehrsoldaten (ca. 5.000). Mit den zusÃ¤tzlichen US-Soldaten wird die US-Einsatzstrategie des â€žCounter Insurgencyâ€œ einschlieÃŸlich gezielter TÃ¶tungen in allen Provinzen die militÃ¤rischen Operationen dominieren. Damit wÃ¼rde auch eine andere â€ždeutsche Strategieâ€œ konterkariert.</p>
<p>Der zivile Aufbau wurde jahrelang vernachlÃ¤ssigt. Trotzdem gibt es Erfolge bei der Strom-, Wasser- und Gesundheitsversorgung, beim StraÃŸenbau, bei der Errichtung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Es bleibt aber viel zu tun. Die Zivilgesellschaft muss mehr einbezogen werden, damit die internationale Hilfsgelder bei der BevÃ¶lkerung ankommen und Korruption zurÃ¼ckgedrÃ¤ngt wird. Der Aufbau einer zivilen Polizei fÃ¼r Friedenszeiten ist unzureichend. Es fehlt an Ausbildern aus Europa und Deutschland und an einem geeigneten Konzept. Angesichts der Zahl von 70 Prozent Analphabeten bei den Polizeibewerbern reichen acht Wochen Ausbildungszeit nicht aus.</p>
<p>Eine verantwortbare â€žExitâ€œ-Strategie heiÃŸt nicht, Afghanistan im Stich zu lassen. Sicherheit fÃ¼r die BevÃ¶lkerung und ziviler Aufbau kann aber nachhaltig nicht erreicht werden mit mehr NATO-Soldaten und einer Strategie zur Vernichtung des Feindes. BemÃ¼hungen um ernsthafte Verhandlungen mit Allen unter Einbeziehung sÃ¤mtlicher Nachbarstaaten sowie um VersÃ¶hnung sind der richtige Weg. Die TÃ¼r dafÃ¼r scheint einen Spalt offen. Dieser Weg einer politischen LÃ¶sung muss gegangen werden. Alles, was dem im Weg steht und diese BemÃ¼hungen konterkariert, muss unterbleiben.</p>
<p>Daher fordern wir den Stopp der offensiven Kampfhandlungen und Bombenangriffe. Das Mandat, das mit mehr Soldaten die Eskalation des Krieges fÃ¶rdert, Verhandlungen erschwert und einer Abzugsperspektive entgegensteht, lehnen wir ab.</p>
<p><strong>Hans-Christian StrÃ¶bele</strong></p>
<p><strong>Lisa Paus</strong></p>
<p><strong>Memet Kilic</strong></p>
<p><strong>Dr. Harald Terpe </strong></p>
<p><strong>Dorothea Steiner</strong></p>
<p><strong>Winfried Hermann</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Sylvia Kotting-Uhl</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.winnehermann.de/2010/2010/02/26/personliche-erklarung-zur-namentlichen-isaf-abstimmung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>NEIN zum Einsatz der Bundeswehr vor Somalia und im Indischen Ozean</title>
		<link>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/17/nein-zum-einsatz-der-bundeswehr-vor-somalia-und-im-indischen-ozean/</link>
		<comments>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/17/nein-zum-einsatz-der-bundeswehr-vor-somalia-und-im-indischen-ozean/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 14:47:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[persÃ¶nliche ErklÃ¤rungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Somalia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://winnehermann.de/2010/?p=131</guid>
		<description><![CDATA[ErklÃ¤rung von Hans-Christian StrÃ¶bele, Sylvia Kotting-Uhl, Monika Lazar, Beate MÃ¼ller-Gemmeke und Winfried Hermann zur Abstimmung Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung des Einsatzes der Bundeswehr vor Somalia und im Indischen Ozean (ATALANTA-Mission)
ZUM ANTRAG DER BUNDESREGIERUNG: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an der EU-gefÃ¼hrten Operation Atalanta zur BekÃ¤mpfung der Piraterie vor der KÃ¼ste Somalias auf Grundlage des SeerechtsÃ¼bereinkommens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ErklÃ¤rung von Hans-Christian StrÃ¶bele, Sylvia Kotting-Uhl, Monika Lazar, Beate MÃ¼ller-Gemmeke und Winfried Hermann zur Abstimmung Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung des Einsatzes der Bundeswehr vor Somalia und im Indischen Ozean (ATALANTA-Mission)</strong></p>
<p><span id="more-131"></span>ZUM ANTRAG DER BUNDESREGIERUNG: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an der EU-gefÃ¼hrten Operation Atalanta zur BekÃ¤mpfung der Piraterie vor der KÃ¼ste Somalias auf Grundlage des SeerechtsÃ¼bereinkommens der Vereinten Nationen von 1982 und der Resolutionen 1814 (2008) vom 15. Mai 2008, 1816 (2008) vom 2. Juni 2008, 1838 (2008) vom 7. Oktober 2008, 1846 (2008) vom 2. Dezember 2008, 1897 (2009) vom 30. November 2009 und nachfolgender Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in Verbindung mit der Gemeinsamen Aktion 2008/851/GASP des Rates der EuropÃ¤ischen Union vom 10. November 2008 und dem Beschluss 2009/907/GASP des Rates der EuropÃ¤ischen Union vom 8. Dezember 2009 (BT-Drs. 17/179)</p>
<p>Wir lehnen den Antrag der Bundesregierung, weiter Marinesoldaten der Bundeswehr vor der KÃ¼ste Somalias und im Indischen Ozean einzusetzen, ab.</p>
<p>Die Bundeswehr existiert zur Verteidigung. So steht es im Grundgesetz. Sie ist nicht dafÃ¼r da, polizeiliche Aufgaben im Ausland zu Ã¼bernehmen und Straftaten zu verfolgen oder zu verhindern, auch nicht zum Schutz der Handelswege im Indischen Ozean. DafÃ¼r sind die Soldaten auch nicht ausgebildet.</p>
<p>Insbesondere fehlen ihnen die notwendigen Kenntnisse und rechtlichen Voraussetzungen, vor allem zur Festnahme von Piraterie-verdÃ¤chtigen Personen. So bewegen sich die Soldaten bei deren AufspÃ¼ren und Festhalten Ã¼ber Tage oder mÃ¶glicherweise Wochen sowie bei deren Ãœbergabe an BehÃ¶rden anderer Staaten am Rande der LegalitÃ¤t.</p>
<p>Der Einsatz der Bundeswehr stellt nicht das allerletzte Mittel bzw. die Ã¤uÃŸerste NotmaÃŸnahme zur Verhinderung und AufklÃ¤rung von ÃœberfÃ¤llen durch Piraten dar. Denn andere MÃ¶glichkeiten wurden gar nicht erst versucht. Die Ursachen der steigenden Zahl von ÃœberfÃ¤llen und EntfÃ¼hrungen von Schiffen der christlichen Seefahrt sowie der Erpressung von Reedern wurden nicht untersucht und schon gar nicht beseitigt. Auch auf eine langfristige Stabilisierung Somalias wurde bisher nur halbherzig hingearbeitet.</p>
<p>So hat die internationale Gemeinschaft etwa gegen das Leerfischen der ehemals fischreichen GewÃ¤sser vor der KÃ¼ste Somalias durch europÃ¤ische und japanische Fischfabriken nicht nur nichts unternommen, sondern dieses Treiben sogar durch Finanzmittel gefÃ¶rdert. FÃ¼r die Zukunft ist im aktuellen Atalanta-Beschluss der EU gar vorgesehen, diese Industrieschiffe aus Europa und deren Fischraub sogar noch durch die Bundesmarine und deren VerbÃ¼ndete zu schÃ¼tzen.</p>
<p>Der Einsatz der internationalen Armada von mehreren Dutzend groÃŸer Kriegsschiffe im Indischen Ozean ist auch ineffektiv. Seit Beginn der OEF- und Atalanta-EinsÃ¤tze ist die Anzahl der Kaperungen und Angriffe auf Handels- und Passagierschiffe nicht zurÃ¼ckgegangen, sondern rapide angestiegen. Laut internationaler SeefahrtsbehÃ¶rde gab es allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres 150 Angriffe durch Piraten, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr.</p>
<p>Die zur Abstimmung stehende VerlÃ¤ngerung des Einsatzmandats weitet das Einsatzgebiet der internationalen MilitÃ¤rflotten noch weiter aus als bisher. Es soll nun Ã¼ber 5 Millionen Quadratkilometer umfassen. Sollten die Flotten anfangs nur in der Region vor der KÃ¼ste Somalias eingesetzt werden, so gehÃ¶ren nach der nun zur Abstimmung stehenden Erweiterung des Mandats inzwischen auch weite Teile des Indischen Ozeans zum Operationsgebiet. Es werden sogar FlottenstÃ¼tzpunkte Hunderte von Meilen entfernt eingerichtet, wie auf den Seychellen.</p>
<p>Der MilitÃ¤reinsatz gegen Piraten wird also immer weiter sowie lÃ¤nger ausgedehnt und droht zu einem Dauereinsatz im Indischen Ozean zu werden. Eine Eskalation und Ausweitung auf das Festland in Somalia ist zu befÃ¼rchten.</p>
<p>Die Kosten des Einsatzes dieser MilitÃ¤rflotten sind um ein Vielfaches hÃ¶her als alle SchÃ¤den, die durch die Piraterie angerichtet wurden. Mit einem Bruchteil der fÃ¼r Soldaten und Kriegsschiffe problemlos zur VerfÃ¼gung gestellten vielen Hundert Millionen Euro (allein Deutschland zahlt jÃ¤hrlich knapp 50 Millionen) hÃ¤tte man einen groÃŸen Teil der somalischen BevÃ¶lkerung mit Nahrungsmitteln versorgen und die wirtschaftliche Entwicklung heraus aus Elend und Arbeitslosigkeit vorantreiben kÃ¶nnen. Anstelle der VerlÃ¤ngerung des Atalanta-Mandats kÃ¶nnte jetzt noch mit gezielter wirtschaftlicher Entwicklungshilfe dem Land geholfen und die Piraterie wirkungsvoller eingedÃ¤mmt werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/17/nein-zum-einsatz-der-bundeswehr-vor-somalia-und-im-indischen-ozean/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Abstimmung im Bundestag zum Afghanistaneinsatz</title>
		<link>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/03/abstimmung-im-bundestag-zum-afghanistaneinsatz/</link>
		<comments>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/03/abstimmung-im-bundestag-zum-afghanistaneinsatz/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 09:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krieg und Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[persÃ¶nliche ErklÃ¤rungen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[ISAF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://winnehermann.de/2010/?p=36</guid>
		<description><![CDATA[
ErklÃ¤rung zur Abstimmung nach Â§ 31 GO

der Abgeordneten Hans-Christian StrÃ¶bele, Sylvia Kotting-Uhl, Memet Kilic, Uwe Kekeritz, Winfried Hermann und weitere Abgeordnete

Zur namentlichen Abstimmung Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz einer Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter FÃ¼hrung der NATO auf Grundlage der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: medium;"><strong>ErklÃ¤rung zur Abstimmung nach Â§ 31 GO</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-size: medium;"><strong>der Abgeordneten Hans-Christian StrÃ¶bele, Sylvia Kotting-Uhl, Memet Kilic, Uwe Kekeritz, Winfried Hermann und weitere Abgeordnete</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;"><span style="font-size: small;"><em>Zur namentlichen Abstimmung Ã¼ber den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher StreitkrÃ¤fte an dem Einsatz einer Internationalen SicherheitsunterstÃ¼tzungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter FÃ¼hrung der NATO auf Grundlage der Resolution 1386 (2001) und folgender Resolutionen, zuletzt Resolution 1890 (2009) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen</em></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: normal;"><span style="font-size: small;"><em>(BT-DRS: 17/39)</em></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-36"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><img title="Weiterlesen..." src="http://winnehermann.de/test1/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" />Wir lehnen den Antrag der Bundesregierung auf Fortsetzung des Einsatzes der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan im Rahmen von ISAF ab. Dieser Einsatz ist falsch und nicht zu verantworten. </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Das beantragte Mandat zieht keine Konsequenzen aus den bisherigen Erfahrungen. Es will eine unverÃ¤nderte Fortsetzung des MilitÃ¤reinsatzes fÃ¼r ein weiteres Jahr. Die Mittel dafÃ¼r werden ohne Ã¼berzeugende BegrÃ¼ndung um 230 Millionen Euro erhÃ¶ht. Die Ergebnisse der Afghanistankonferenz 2010 werden erst gar nicht abgewartet. Ein Strategiewechsel, weg vom militÃ¤rischen Ansatz hin zum verstÃ¤rkten, dezentralen zivilen Aufbau ist weder im Mandat noch in der Politik der Bundesregierung und der NATO erkennbar. Eine verantwortbare Abzugsperspektive wird nicht erÃ¶ffnet. </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Wir befÃ¼rchten, gerade angesichts der massiven Aufstockung der US-Truppen um weitre 30.000 SoldatInnen, eine Fortsetzung und Intensivierung der kriegerischen Auseinandersetzungen. Wir befÃ¼rchten zahlreiche weitere zivile und militÃ¤rische Opfer. Der Frieden, der zivile Aufbau und eine nachhaltige Entwicklung rÃ¼cken in weite Ferne. Genau diese friedliche Perspektive wollen wir aber erÃ¶ffnen. </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Seit Oktober vergangenen Jahres hat der Einsatz der Bundeswehr nicht mehr Sicherheit fÃ¼r die BevÃ¶lkerung im Norden Afghanistans gebracht, sondern die Sicherheitslage hat sich erneut dramatisch verschlechtert. </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Zahl der getÃ¶teten ZivilistInnen in Afghanistan stieg im ersten Halbjahr 2009 noch einmal auf ca. 1.500, d.h. 31% mehr als im Vorjahreszeitraum. Viele tausend Menschen wurden verletzt und verstÃ¼mmelt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Der angebliche Strategiewechsel, der dem Schutz der BevÃ¶lkerung absolute PrioritÃ¤t einrÃ¤umt, ist nicht erkennbar. Bombardierungen der US-Luftwaffe sind keineswegs nur auf Nothilfe fÃ¼r NATO-Truppen in Gefahrensituationen eingeschrÃ¤nkt, sondern ein hÃ¤ufig genutztes Mittel zur Vernichtung des Feindes. Auch BundeswehreinsÃ¤tze im Rahmen von ISAF finden mit massiver UnterstÃ¼tzung durch US-Bomber und Drohnen statt. Auf Anforderung und Anweisung von SoldatInnen der Bundeswehr wurden Bomben und Raketen geworfen und zahlreiche ZivilistInnen getÃ¶tet und verletzt wie in der NÃ¤he von Kundus bei dem Angriff auf Tanklastwagen am 4. September. Hinzu kommen Offensiven der US- und afghanischen Truppen im Rahmen von OEF in Sichtweite der deutschen Bundeswehrstandorte wie zuletzt Anfang November in der NÃ¤he von Gul Tepa, als ein abgeriegeltes Gebiet unter den Augen der Bundeswehr fÃ¼nf Tage und fÃ¼nf NÃ¤chte lang bombardiert und viele Menschen getÃ¶tet wurden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Mit einem solchen Vorgehen wird nicht wirksam gegen Terrorismus vorgegangen, sondern damit wird immer neuer Hass gesÃ¤t und Terrorismus geschÃ¼rt und gefÃ¶rdert.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sogar General Stanley Mc Chrystal, der Kommandeur der ISAF-Truppen, hat auf diese Gewaltspirale hingewiesen: TÃ¶te man zwei von zehn AufstÃ¤ndischen, sehe man sich danach nicht acht sondern hÃ¤ufig 20 Rebellen gegenÃ¼ber, da sich BrÃ¼der, VÃ¤ter, Verwandte und Freunde dem Widerstand anschlÃ¶ssen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Statt immer mehr Soldaten und mehr Krieg, wollen wir den Krieg in Afghanistan beenden in verantwortbarer Weise.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Daher mÃ¼ssen die offensiven Bomben- und Raketenangriffe aus Flugzeugen und Drohnen gestoppt werden, da sie fast immer auch unschuldige Zivilisten treffen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wir wollen nicht immer mehr militÃ¤rische Gewalt sondern einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Waffenstillstandsverhandlungen, die in der Vergangenheit immer wieder schon fÃ¼r Teilregionen zuweilen durchaus erfolgreich gefÃ¼hrt wurden, und die Entwicklung einer verantwortbaren Exit-Strategie sind die Alternativen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Verhandlungen darÃ¼ber mÃ¼ssen aufgenommen werden bedingungslos mit allen in Afghanistan und in den NachbarlÃ¤ndern, die dazu bereit sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auch fÃ¼r den zivilen Aufbau des Landes ist ein Ende der Kampfhandlungen und des Krieges die wichtigsten Voraussetzungen. Unter Kriegsbedingungen kommt der Einsatz ziviler Aufbauhelfer in vielen Regionen immer mehr zum Erliegen. So gibt es Meldungen, dass auch im Verantwortungsbereich der Bundeswehr etwa in Kundus AngehÃ¶rige von Hilfsorganisationen immer weniger die besonders gesicherten Quartiere verlassen und die BevÃ¶lkerung unterstÃ¼tzen kÃ¶nnen. Staatliche deutsche Entwicklungsorganisationen mÃ¼ssen immer wieder ihre Mitarbeiter zurÃ¼ckrufen und zeitweise die Arbeit einstellen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Vermischung von zivilem und militÃ¤rischem Engagement liefert den AufstÃ¤ndischen VorwÃ¤nde, auch die Arbeit der EntwicklungshelferInnen als feindliche AktivitÃ¤ten zu denunzieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wenn der Krieg beendet wird, kann zumindest ein Teil der Gelder, die heute ohne weiteres und anscheinend unbegrenzt fÃ¼r MilitÃ¤roperationen zur VerfÃ¼gung stehen, sinnvoll und wirksam fÃ¼r den Aufbau umgewidmet werden. Damit werden die KÃ¶pfe und Herzen der Menschen gewonnen, nicht durch stÃ¤ndiges Eskalieren des Krieges.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.winnehermann.de/2010/2009/12/03/abstimmung-im-bundestag-zum-afghanistaneinsatz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
